Das Thema Seele ist eines derer, welches schwierig und zugleich von kühler Distanz geprägt ist. Die Seele erhält in der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts v. Chr. eine ethische Qualität. Sie ist nicht mehr nur ein Organ, sondern die Art, wie der Mensch wahrnimmt, fühlt oder denkt, wird in den Kontext der Verfassung gestellt. Diese Leistung schreibt man den Sophisten um Georgias zu. Aristoteles hingegen beschreibt – „Die Seele ist die erste Vollendung (Entelechie) eines natürlichen, mit Organen versehenen Körpers“(De an. II 1, 412 b 5f.)


